Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

An einigen Stellen kommt die Fortsetzung »Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand« gewohnt bissig und böse daher. Insgesamt kann das Sequel es mit dem Original aber nicht aufnehmen, findet unsere Autorin Heike.

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand © Concorde
Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand
Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

Genre: Komödie
Produktionsjahr: 2017
Produktionsland: Schweden
Lauflänge: 109 Minuten
Kinostart: 16.03.2017
Website: www.derhunderteinjaehrige-film.de
Unsere Bewertung:

Millionen von Kinozuschauern in aller Welt kennen Allan Karlsson: den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Die schwedische Filmkomödie von 2013 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonas Jonasson. Buch sowie Film waren grandiose Erfolge. Regisseur Felix Herngren hatte sich, wie er selbst sagt, in das Universum von Allan verliebt. Also wollte er unbedingt ein Sequel machen.

Zur Erinnerung: Allan Karlsson (gespielt von Schwedens Kult-Komiker Robert Gustafsson) hatte dem Kriminellen Pim und seiner Gang viel Geld abgejagt, genug für ein Leben in Saus und Braus. An seinem hunderteinjährigen Geburtstag treffen wir Allan und seine Freunde am Traumstrand von Bali. Zur Feier des Tages öffnet Allan eine lang vergessene Flasche Limonade: Die sogenannte »Volkssoda« aus der Zeit des Kalten Krieges schmeckt sensationell.

Sofort wittert Allan ein großes Geschäft mit der Produktion der »Volkssoda«. Da das Beute-Geld ohnehin inzwischen verprasst ist, prellt die Clique um Allan die Hotelrechnung und macht sich samt Kapuzineräffchen Erlander auf den Weg nach Europa, um das Rezept für die Limo zu besorgen. Wie und wo sie es schließlich finden, sei hier nicht verraten. Allerdings sind auch die Tochter eines russischen Spions und ein britischer Gangster hinter dem Rezept her. CIA und die schwedische Polizei nehmen die Verfolgung auf.

Für die Fortsetzung gab es keine Romanvorlage und so wurde von den Regisseuren Felix und Måns Herngren zusammen mit dem Drehbuchautor Hans Ingemansson ein Skript geschrieben. Es sollte in Allans (bekanntem) Universum spielen, das Publikum überraschen, aber auch nicht zu sehr, und ebenso aberwitzig und schräg sein wie das Original. Über weite Strecken gelingt vor allem Letzteres nicht. Dem Sequel fehlt es an Frische, der Eindruck eines zweiten Aufgusses ist ständig da. Es wirkt teilweise ermüdend, Allan, wie gewohnt ungerührt von dem Chaos um ihn herum, durch den Film schlurfen zu sehen.

Gelungen sind dagegen die satirischen Rückblicke in die Ära des Kalten Kriegs: Parteiführer Breschnew und seine Genossen sind entschlossen, den Kulturkampf gegen die USA zu gewinnen. An der Rockmusik scheitern sie kläglich, aber die »Volkssoda« könnte der amerikanischen »Coca-Cola« gefährlich werden. Das ruft Nixon und seinen Stab auf den Plan … Und im Hintergrund agiert der junge Allan – so trocken wie eh und je.

Fazit: Viel Klamauk um nichts. Begeisterte Fans des hundertjährigen Allan werden streckenweise auch den Hunderteinjährigen unterhaltsam finden. Wer den ersten Film nicht gesehen hat, kann sich die Fortsetzung sparen.

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